Donnerstag, 11. Juli 2013

das glück der kleinen dinge mit hund

gerade bin ich glücklich. Ich sitze am schreibtisch. Vor mir liegt das feuilleton der „zeit“, daneben steht eine tasse kaffee und auf meinen nackten, etwas unterkühlten füßen liegt ein brauner labrador als wärmflasche. Mir läuft ein leichter schauer den rücken herunter. Ich will ihm, dem schauer, kurz hinterherfühlen, aber da ist er auch schon weg. Aus den boxen singen „the smiths“ für mich. Ansonsten nichts. Also nichts besonderes. Der himmel ist bedeckt, der kühlschrank leer und mein konto auch schon fast. Ich überlege, warum ich gerade, also ausgerechnet jetzt, glücklich bin. Für das gegenwärtige glücksgefühl gibt es zur zeit keinen expliziten anlass. Ich grübele weiter.
Es herrscht eine angenehme ruhe in meinem wohnzimmer. Ich habe keine termine und keine anderweitigen verpflichtungen. Gut, um den abwasch sollte ich mich mal wieder kümmern. Den staubsauger anzuwerfen, könnte auch nicht schaden. Ich kraule den felligen heizkörper mit meinen füßen, woraufhin dieser sich ein wenig bewegt. Jetzt kann ich mit meinem linken fuß seinen herzschlag spüren. Schade, dass der braune wärmespender nur ausgeliehen ist. Morgen muss ich ihn schon wieder zurückgeben. Wird mir schwerfallen. Ich bin ganz verliebt in das süße, verfressene ding. Eine woche hab ich jetzt auf ihn aufgepasst. Und er auf mich. Die gefühle der einsamkeit und niedergeschlagenheit sind diese woche nicht aufgetaucht; hatten vielleicht angst, von ihm gebissen zu werden. Ich kratze mich am kinn und frage mich, ob ich meinen bart mal wieder trimmen sollte. Einen eigenen garten mit zu trimmendem rasen besitze ich leider nicht. Ach gott, was ist das schön, wenn man so sorgenfrei den tag genießen, ja vielleicht auch vergammeln, kann. Das glück der kleinen dinge, denke ich. Mit hund, natürlich. Dass er mir die wohnung vollgehaart und den teppich vollgesabbert hat, ändert daran nichts. Vielleicht fehlt mir ja nur noch ein eigener hund zum glück. Muss ich mal mit meiner freundin besprechen. Jetzt lutscht er mit seiner feuchten sandpapierzunge an meinem großen zeh. Und ein weiterer glücksschauer läuft mir den rücken herunter. Übermütig beuge ich mich nach vorn und will ihm einen kuss auf den kopf geben, da hebt er diesen an und fährt mir mit seiner zunge übers gesicht. Na lecker, denke ich.

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