Montag, 12. August 2013

mobbing: regieren neid, missgunst und boshaftigkeit die welt?

Als ich vor einigen monaten bei einem großen autohersteller in den semesterferien am band arbeitete, habe ich sehr viel boshaftigkeit seitens der festangstellten mitarbeiter erlebt. Es bereitete ihnen große freude, den studenten oder den leiharbeitern, die wirklich arme schweine waren (richtig mies bezahlt, drohender jobverlust bei kleinsten vergehen usw.), das leben schwer zu machen. Nicht alle. Aber einige. In der regel männer mittleren alters. Sie hatten sehr viel spass daran, die „neuen“ für dumm zu verkaufen, niederzumachen oder ihnen eins auszuwischen. es ging bis zum heimlichen boykottieren unserer arbeit. Ich glaube nicht, dass diese Bandarbeiter sehr viel schlechter als andere waren, aber sie lebten ihre schadenfreude und boshaftigkeit offener und ungenierter aus als das vielleicht in anderen berufsgruppen getan wird.

Ich kenne menschen, die durch mobbing am arbeitsplatz fast kaputt gegangen sind. Und meistens erst mit hilfe eines therapeuten (und oft eines anschließenden jobwechsels) wieder lebensfähig wurden. Von den zurückgebliebenen wunden einmal abgesehen. Und der damit weiterhin geminderten lebensfreude.
Ich verstehe es nicht: andere bewusst auflaufen zu lassen, ihnen absichtlich den arbeitsalltag schwer machen – warum tun menschen so etwas?

Eine meiner bekannten hat eine einfache erklärung: die welt ist schlecht. Und die menschen auch. Deswegen muss man auf der hut sein, sich schützen und möglichst wenig von sich preisgeben. Damit man kaum angriffsfläche bietet. Hmm.

Der berühmte jazztrompeter till brönner hat mal in einem interview sinngemäß gesagt: je höher man auf der karriereleiter aufsteigt, umso menschlicher wird es dann oben wieder. Oder so ähnlich.
Das ist auch mein eindruck: große (oft auch erfolgreiche) menschen, die zufrieden, ausgeglichen und mit sich „im reinen“ sind, sind oft sehr viel großzügiger, menschlicher und weniger engstirnig als andere.
Unzufriedene, unsichere und unausgeglichene leute wollen meiner meinung nach anderen eher eins auswischen. Nach dem motto: wenn ich schon nicht zufrieden bin (oder glücklich), dann sollen es andere auch nicht sein.

Ich wurde mal zeuge wie eine durch-gestylte manager-mutter zu ihrer, vielleicht 8-jährigen, tochter in einem supermarkt an der kasse sagte: „wenn du dir in der schule nicht mehr mühe gibst, sitzt du später mal hier an der kasse.“ dies sagte sie in einem abfälligen ton und in einer lautstärke, dass die kassiererin es hören konnte, vielleicht sogar musste. Warum sind menschen so? So fies.

Fast alle halten sich für „gute“ menschen. Oder geben in umfragen zumindest an, dass sie solche sein wollen. Komisch. Irgendwie ist da eine diskrepanz zwischen wunsch und meiner erlebten wirklichkeit.

Das es auch anders geht, erlebte ich im gleichen supermarkt: eine sehr nette kassiererin, ungefähr in meinem alter, sagte zu einer neuen, die gerade erst angelernt wurde und ein wenig unsicher wirkte: „du machst das richtig gut. Weiter so.“ solche erlebnisse machen mir hoffnung. Ich will nicht auch zu dem schluss kommen, dass die menschen grundsätzlich schlecht sind.

vielleicht bin ich zu weich für diese welt. Muss man sich ein dickes fell zulegen, um im alltag, insbesondere der arbeitswelt, bestehen zu können? Kann schon sein. Trotzdem bin ich dazu nicht bereit. Und bleibe so vielleicht ewig ein träumer, der sich der realität nicht stellen will. Damit kann ich aber besser leben als mit einem aufgezwungenen dicken fell.

umgang mit kritik - nachschlag

ich bin wohl ein sensibelchen

echt erstaunlich, wie hart einige blogger mit einem bei neon.de ins gericht gehen. Und glauben, wenn ihnen ein text nicht gefällt, dass er dann auch keinem anderen gefallen könne oder dürfe.
Ich bin seit nicht mal einer woche bei neon.de eingeloggt und habe schon mehr negative kommentare bekommen als in einem halben jahr bei blog.de.
Natürlich habe ich auch texte anderer blogger gelesen, die mich gelangweilt, nicht interessiert oder abgestoßen haben. Manche konnten kaum vernünftig schreiben, andere pubertierten rum, einige verloren sich in gefühlsduseleien, dass es selbst mir peinlich war. Ich habe diese texte gelesen, mir meinen teil gedacht und dann deren texte nicht kommentiert.
Wer bin ich, dass ich mir anmaßen könnte, zu sagen: das ist scheiße. Du kannst nicht schreiben. Hör auf zu bloggen.
Jeder fängt mal an. Nicht jeder ist ein naturtalent.
Wenn jemand gerne fußball spielt, aber keine besondere veranlagung hat, dann würde ich ja auch nicht zu ihm sagen: hör auf. Es hat keinen sinn. Manche sind echte spätzünder. Aus anderen wird nie was. Aber wenn jemand an etwas spass hat, soll er das machen. Ob gut oder schlecht.
Niemand ist gezwungen, die texte anderer zu lesen. Warum andere runtermachen? Ist man sich vielleicht selbst unsicher, ob man besonders begabt ist oder die eigenen texte gut sind?
Ich habe bisher bei anderen nur gelobt, wenn mir etwas gefallen hat. Wenn jemand gerade erst anfängt zu schreiben, käme ich nie auf die idee, ihn zu entmutigen. Lob beflügelt, tadel entmutigt.
Ich kann die strenge haltung einiger blogger bei neon.de und insbesondere ihre (teils vernichtenden) kritiken nicht verstehen.
Vielleicht bin ich auch nur zu sensibel und kann mit kritik nicht umgehen. Das thema hatten wir ja schon.

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