bienen bestäuben
draußen ist es kalt, grau und wolkenverhangen. In mir drin auch irgendwie. Ich will nicht jammern; tue es aber trotzdem. Ein typisch deutscher sommer, denke ich. Na toll. Ich sehne mich nach sonne, hitze und sandstrand (zur not reicht auch das öffentliche freibad). Vielleicht fahren deshalb immer noch genug deutsche nach italien. Oder nach spanien. Kann ich mir nicht leisten.
Der monat ist fast rum und am ende des geldes ist bei mir immer noch ein rest monat übrig. Und die letzten tage werden dann mit sehr wenig geld bestritten. Das finde ich so lange nicht schlimm, bis selbst für das essen kein geld mehr da ist. Im moment befinden sich in meinem Portemonnaie 37 cent. Das ist nicht viel, denke ich. Reicht nicht mal für ein bier. Dann sammle ich die leeren pfandflaschen und -dosen in meinem wohnzimmer ein. Das müssten ca. 3 € pfandgeld sein. Na immerhin. sorgt armut eigentlich für ordnung? Frage ich mich. Ich ziehe meine bequemen schuhe an, schaue kurz in den spiegel – das ergebnis stellt mich nur mäßig zufrieden – und mache mich auf den weg zum naheliegenden supermarkt. In drei tagen gibt es schönes frisches geld aus dem automaten. Die gilt es noch durchzuhalten.
Ich gehe an einer trinkhalle vorbei, in der ich noch nie saß. Warum eigentlich nicht? Sieht doch ganz gemütlich aus. Hinter der trinkhalle versucht eine kleine frau, vielleicht ende vierzig, rotverfärbter kurzhaarschnitt, an einem automaten zigaretten zu ziehen. Sie schafft es auf zehenspitzen gerade so dem automaten ihre ec-karte zwecks altersnachweis reinzudrücken. Entweder ist sie zu klein oder der automat hängt zu hoch. Ich will ihr schon hilfe anbieten, da halte ich gerade noch inne: vielleicht fühlt sie sich bevormundet oder diskriminiert, wenn ich ihr helfe. Vermutlich möchte sie nicht ständig auf ihre größe, also kleinheit, reduziert werden. Ich komme langsam näher. Jetzt schiebt sie mit hilfe eines feuerzeugs münzen in die münzannahmestelle. Das ist ja mittlerweile bei den neuen automaten kein schlitz mehr, sondern ein hervorstehender arm. Es scheint ihr recht schwer zu fallen. Ich gehe einfach an ihr vorbei. Bin mir dann aber nicht mehr sicher, ob das jetzt richtig war. Herrgott, ist das leben kompliziert. Ich summe herberts lied „gebt den kindern das kommando, denn sie wissen nicht was sie tun“ vor mich hin.
Ich betrete den supermarkt und beschließe, nur das notwendigste zu kaufen: nudeln, tomatensauce und zigarillos. Als ich an der kasse nach den zigarillos greife, werde ich vom personal argwöhnisch beäugt. Mir hat mal eine rewe-kassiererin erklärt, dass fast achtzig prozent der moods-zigarillos in ihrem markt geklaut werden. Schuldbewusst gucke ich zu boden und komme mir wie ein ladendieb vor. Ich schleiche aus dem laden und zünde mir einen bezahlten zigarillo an.
Noch nicht ganz zu hause erblicke ich eine parkbank, die an einen kinderspielplatz angrenzt und nehme auf dieser platz. Hoffentlich hält mich keine übereifrige mutter für einen perversen. Während ich also auf der parkbank verschnaufe und versuche, einen möglichst unperversen eindruck zu machen, krabbelt eine biene zwischen meinen schuhen hindurch.
Hab mal gehört, dass es immer weniger bienen gibt und deshalb das obst mangels bestäubung in gefahr sei. Der gang der biene sieht nicht ganz rund aus. Sie schwankt und torkelt ganz schön. Wirkt wie betrunken. Ich schaue unter die parkbank und sehe dort die scherben eines zerschlagenen flachmanns – strothmann weizen-korn, 40 % - und komme zu dem schluss, dass sich die biene an den schnapsresten wohl gütlich getan hat. Das hab ich ja gern, statt zu arbeiten, also ordentlich zu bestäuben, sich mittags schon besaufen. Ich will es ihr gerade sagen, da hebt sie schon ab. Und macht zwei meter weiter im sandkasten eine bruchlandung. Sie liegt auf der seite, strampelt mit den füßen und kommt nicht wieder hoch.
Eine dohle, schwarzer mantel, graues köpfchen, die mich schon länger beobachtet hat, hüpft zur honigbiene und erfreut sich an der schnapspraline. Diese strafe für den mittäglichen alkoholkonsum und alkoholisiertem fliegen erscheint mir jetzt doch zu hoch.
Außerdem: wie viele männer machen es genau so: erst besaufen und dann – falls möglich – zum bestäubungsvorgang übergehen. Die natur ist eben grausam, denke ich. Dann fangen meine Hämorrhoiden massiv an zu jucken. Wohl leicht verkühlt auf der bank. Die natur ist grausam, denke ich gleich noch einmal.
Jetzt bricht die sonne durch die wolkendecke. Also sie übergibt sich nicht, sondern scheint durch die wolken herab. Direkt auf mich. Soll das eine art wiedergutmachung sein?
Ich mache mich auf den weg nach hause. Dabei gehe ich an blühenden rosensträuchern vorbei. Für die schönheit der natur bin ich heute nicht mehr empfänglich, denke ich, und schlage einer mich besonders dreist angrinsenden rose mittels kung-fu-handkantenschlag den kopf ab. Das hat sie jetzt davon. Das jucken im schritt nimmt zu. Ich will eigentlich nur noch nach hause und bin gerade dabei, die geschichte schon gedanklich abzuschließen, da kommt mir mona auf dem fahrrad entgegen. Ich grüße kurz und denke: über mona, mitch miller und den dreadlock-behangenen jonas wollte ich doch eigentlich auch noch schreiben. Jetzt überschneiden sich die geschichten ungewollt. Meine hämorrhoiden melden sich wieder. Na gut, dann eben nicht, ab nach hause; Penatencreme drauf und auf dem bauch lesen. Von meinem wilden erlebnissen mit mona erfahrt ihr dann eben erst beim nächsten mal.
Der monat ist fast rum und am ende des geldes ist bei mir immer noch ein rest monat übrig. Und die letzten tage werden dann mit sehr wenig geld bestritten. Das finde ich so lange nicht schlimm, bis selbst für das essen kein geld mehr da ist. Im moment befinden sich in meinem Portemonnaie 37 cent. Das ist nicht viel, denke ich. Reicht nicht mal für ein bier. Dann sammle ich die leeren pfandflaschen und -dosen in meinem wohnzimmer ein. Das müssten ca. 3 € pfandgeld sein. Na immerhin. sorgt armut eigentlich für ordnung? Frage ich mich. Ich ziehe meine bequemen schuhe an, schaue kurz in den spiegel – das ergebnis stellt mich nur mäßig zufrieden – und mache mich auf den weg zum naheliegenden supermarkt. In drei tagen gibt es schönes frisches geld aus dem automaten. Die gilt es noch durchzuhalten.
Ich gehe an einer trinkhalle vorbei, in der ich noch nie saß. Warum eigentlich nicht? Sieht doch ganz gemütlich aus. Hinter der trinkhalle versucht eine kleine frau, vielleicht ende vierzig, rotverfärbter kurzhaarschnitt, an einem automaten zigaretten zu ziehen. Sie schafft es auf zehenspitzen gerade so dem automaten ihre ec-karte zwecks altersnachweis reinzudrücken. Entweder ist sie zu klein oder der automat hängt zu hoch. Ich will ihr schon hilfe anbieten, da halte ich gerade noch inne: vielleicht fühlt sie sich bevormundet oder diskriminiert, wenn ich ihr helfe. Vermutlich möchte sie nicht ständig auf ihre größe, also kleinheit, reduziert werden. Ich komme langsam näher. Jetzt schiebt sie mit hilfe eines feuerzeugs münzen in die münzannahmestelle. Das ist ja mittlerweile bei den neuen automaten kein schlitz mehr, sondern ein hervorstehender arm. Es scheint ihr recht schwer zu fallen. Ich gehe einfach an ihr vorbei. Bin mir dann aber nicht mehr sicher, ob das jetzt richtig war. Herrgott, ist das leben kompliziert. Ich summe herberts lied „gebt den kindern das kommando, denn sie wissen nicht was sie tun“ vor mich hin.
Ich betrete den supermarkt und beschließe, nur das notwendigste zu kaufen: nudeln, tomatensauce und zigarillos. Als ich an der kasse nach den zigarillos greife, werde ich vom personal argwöhnisch beäugt. Mir hat mal eine rewe-kassiererin erklärt, dass fast achtzig prozent der moods-zigarillos in ihrem markt geklaut werden. Schuldbewusst gucke ich zu boden und komme mir wie ein ladendieb vor. Ich schleiche aus dem laden und zünde mir einen bezahlten zigarillo an.
Noch nicht ganz zu hause erblicke ich eine parkbank, die an einen kinderspielplatz angrenzt und nehme auf dieser platz. Hoffentlich hält mich keine übereifrige mutter für einen perversen. Während ich also auf der parkbank verschnaufe und versuche, einen möglichst unperversen eindruck zu machen, krabbelt eine biene zwischen meinen schuhen hindurch.
Hab mal gehört, dass es immer weniger bienen gibt und deshalb das obst mangels bestäubung in gefahr sei. Der gang der biene sieht nicht ganz rund aus. Sie schwankt und torkelt ganz schön. Wirkt wie betrunken. Ich schaue unter die parkbank und sehe dort die scherben eines zerschlagenen flachmanns – strothmann weizen-korn, 40 % - und komme zu dem schluss, dass sich die biene an den schnapsresten wohl gütlich getan hat. Das hab ich ja gern, statt zu arbeiten, also ordentlich zu bestäuben, sich mittags schon besaufen. Ich will es ihr gerade sagen, da hebt sie schon ab. Und macht zwei meter weiter im sandkasten eine bruchlandung. Sie liegt auf der seite, strampelt mit den füßen und kommt nicht wieder hoch.
Eine dohle, schwarzer mantel, graues köpfchen, die mich schon länger beobachtet hat, hüpft zur honigbiene und erfreut sich an der schnapspraline. Diese strafe für den mittäglichen alkoholkonsum und alkoholisiertem fliegen erscheint mir jetzt doch zu hoch.
Außerdem: wie viele männer machen es genau so: erst besaufen und dann – falls möglich – zum bestäubungsvorgang übergehen. Die natur ist eben grausam, denke ich. Dann fangen meine Hämorrhoiden massiv an zu jucken. Wohl leicht verkühlt auf der bank. Die natur ist grausam, denke ich gleich noch einmal.
Jetzt bricht die sonne durch die wolkendecke. Also sie übergibt sich nicht, sondern scheint durch die wolken herab. Direkt auf mich. Soll das eine art wiedergutmachung sein?
Ich mache mich auf den weg nach hause. Dabei gehe ich an blühenden rosensträuchern vorbei. Für die schönheit der natur bin ich heute nicht mehr empfänglich, denke ich, und schlage einer mich besonders dreist angrinsenden rose mittels kung-fu-handkantenschlag den kopf ab. Das hat sie jetzt davon. Das jucken im schritt nimmt zu. Ich will eigentlich nur noch nach hause und bin gerade dabei, die geschichte schon gedanklich abzuschließen, da kommt mir mona auf dem fahrrad entgegen. Ich grüße kurz und denke: über mona, mitch miller und den dreadlock-behangenen jonas wollte ich doch eigentlich auch noch schreiben. Jetzt überschneiden sich die geschichten ungewollt. Meine hämorrhoiden melden sich wieder. Na gut, dann eben nicht, ab nach hause; Penatencreme drauf und auf dem bauch lesen. Von meinem wilden erlebnissen mit mona erfahrt ihr dann eben erst beim nächsten mal.
bratapfel-süß-sauer - 27. Jun, 21:50