Donnerstag, 26. September 2013

lärmbelästigung und selbstjustiz

ich habe mich bewaffnet. Ich stehe am offenen fenster und ziele mit dem gewehr auf die vorbeifahrenden autos. Ich kann nicht mehr. So geht es einfach nicht mehr weiter. Jetzt wird gehandelt.
Erst hatte ich überlegt, ein schild an meiner hauswand aufzuhängen: „Bitte kräftig hupen! Die höhe des IQs spiegelt sich u.a. in der häufigkeit der benutzung der eigenen autohupe wieder!“
vielleicht noch als untertitel: „wer im recht ist, sollte dies auch allen akustisch mitteilen, insbesondere den anwohnern gut befahrener hauptstrassen. Die freuen sich ungemein darüber.“
erschien mir dann aber doch etwas lang, der text. Wer will denn das bei der autofahrt lesen?
Mangels alternativen wird jetzt also geschossen.
Um dem rat sich stets bevormundet fühlender klugscheißer zuvor zu kommen: „nein, ich kann leider nicht wegziehen; u.a. mangels finanzieller möglichkeiten.“
nun sorge ich eben selbst für mehr ruhe. Und schieße bei überflüssigem gebrauch der hupe – abschließende beurteilung der überflüssigkeit des hupens bleibt mir vorbehalten – den ruhestörern ein loch in die scheibe oder eine beule ins blech. Mittels eines geliehenen luftgewehrs. Meine nachbarn werden es mir danken. Und die osnabrücker autofahrer sollen sich fürchten. und die nutzung ihrer autohupen einschränken.
Während ich also schussbereit warte, passiert – nichts. Mist. Vorführeffekt. Ich warte. Kein hupen. Schließlich schieße ich aus langeweile erst mal einer sich ganz ruhig verhaltenen, wehrlosen, da hupenlosen oma den hut vom kopf. Um zu üben. Und aus purer boshaftigkeit. Ihr hut wird vom wind erfasst und auf die straße getragen. Die oma will ihm hinterher. Ein schwarzer passat bremst, ein roter ford fiesta dahinter bremst später und hupt; beinahe wäre es zu einem auffahrunfall gekommen. Der ford-fiesta-fahrer hupt noch mal. Ich bekomme ein irres leuchten in den augen (,stelle ich mir vor,) und drücke ab. Anstelle des anvisierten ford fiestas treffe ich einen vorbeifahrenden weißen opel corsa, dessen fahrerin daraufhin auch bremst und hupt. Ich bin noch am nachladen und kann nicht reagieren. Plötzlich kommt auf der hauptstraße alles zum erliegen. Fahrer steigen aus ihren fahrzeugen und diskutieren wild miteinander; neu hinzukommende fahrzeuge hupen wild durcheinander; was für ein konzert, denke ich. Das ist ja schlimmer als sonst. Die oma hat ihren hut inzwischen gerettet und hält sich die ohren zu. Verdammt. Das hat nicht geklappt. Frustriert schließe ich das fenster und verstecke das luftgewehr unter meinem bett. und komme mir so hilflos vor.

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