Freitag, 31. Mai 2013

Vanilleeis mit heißen kirschen

Der druck steigt. Die zeit wird knapp. Eigentlich ist es ein selbstauferlegter druck. Meine mutter hat in zwei wochen geburtstag, ich habe versprochen, ihr meine dritte geschichtensammlung zu schenken, und nun habe ich in den letzten wochen fast nichts geschrieben. Ich fühle mich unter druck gesetzt. Ich kann doch unter druck nicht arbeiten. Ohne aber auch nicht. Eigentlich arbeite ich grundsätzlich nicht so gerne. Naja, das ist schon wieder eine andere geschichte. Ich habe eine (gefühlte) bringschuld: ich muss liefern, sprich: in den nächsten zwei wochen so viel schreiben wie möglich und dann hoffen, dass einiges davon lesenswert erscheint. Im bürgerlichen gesetzbuch unterscheidet man „hol-, bring- und schickschuld“, kommt mir in den sinn. Dabei geht es meines erachtens in erster linie um haftungsrechtliche fragen. Das interessiert mich aber schon lange nicht mehr. Ich gebrauche den begriff „bringschuld“ hier im umgangssprachlichen und nicht im technischen sinne, also nicht als sog. „terminus technicus“. Was für bedeutungsschwere wörter. Würden den einen oder anderen vielleicht gar beeindrucken. Ich halte es für pure wichtigtuerei, mit fremdwörtern um sich zu schmeißen.
Also, noch mal: ich befinde mich in einer bringschuld und muss liefern. Andererseits schreibe ich die meisten meiner bloggeschichten einfach so runter, ohne diese groß zu überarbeiten oder vorher über die themen viel nachzudenken. Die ideen kommen mir beim schreiben. Ein satz reiht sich an den anderen und manchmal ist am ende eine stimmige geschichte daraus geworden. Warum sollte mir also in den nächsten zwei wochen nicht gelingen, was in den letzten monaten immer wieder geklappt hat.
verehrte angst, geschätzter selbstzweifel: ihr seid jetzt nicht dran!
Um euch kümmere ich mich später. Manchmal hilft es wohl, weniger zu denken und stattdessen die dinge einfach zu machen. Klingt ja, wie bei einem seminar für angehende manager, meldet sich ein vorlauter gedanke. Manchmal möchte ich meine gedanken anbrüllen: ruhe jetzt, schön der reihe nach, nicht alle durcheinander, hier versucht einer zu arbeiten. Aber sie kümmern sich nicht drum; machen, wie schon beschrieben, was sie wollen. Je mehr man um ordnung bemüht ist, umso eher tanzen sie aus der reihe. Jetzt drängt sich ein gedanke an vanilleeis mit heißen kirschen in den vordergrund. Verdammt, wie soll man so arbeiten?
Zusammengerissen und weiter: mich verfolgt also beim schreiben immer eine unterschwellige angst, dass das geschriebene nicht gut genug ist; beim leser nicht ankommen wird. Daher bin ich immer sehr froh, wenn mal wieder eine meiner leserinnen einen beitrag lobt. (vanilleeis-mit-heißen-kirschen meldet sich schon wieder; nein, jetzt nicht, blöder arsch-gedanke!) Vielleicht fehlt mir als urheber ja auch die distanz zu den eigenen texten. Fremde texte kann ich meiner meinung nach ganz gut beurteilen (und noch besser kritisieren).
Zum glück fallen mir jetzt ein paar themen ein, über die ich noch schreiben wollte. Ich notiere sie schnell auf einem notizblock. So, der anfang ist gemacht. Ich habe ein ziel: meiner mutter eine neue geschichtensammlung zum geburtstag zu schenken. Wahnsinn, wenn das nicht motiviert und treibt. Andere schreibende schreiben um ihr leben, um den schmerz und den wahnsinn loszuwerden, um sich zu finden oder zu verlieren ... und ich kämpfe um ein lob von mutter. Man muss halt wissen, worauf es ankommt. Vanilleeis mit heißen kirschen? Verdammt, ich muss wohl noch mal schnell zu aldi, bevor ich mit der arbeit anfangen kann.

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