wann ist man ein mann?
Befeuert oder angetrieben durch das letzte zeit-magazin, titel: „was macht einen mann zum mann“, denke ich über meine beziehung nach. Und meine rolle darin. Bin ich eigentlich ein „richtiger“ mann?
Bei meiner freundin und mir ist vieles untypisch, so empfinde ich es zumindest. Wir erfüllen wohl nicht die erwartungen an „mann“ und „frau“. Dahinter stecken keine tieferen gedanken oder ein bestimmtes bemühen; keine ideologien, keine feministischen überzeugungen, keine gelebten erkenntnisse der sog. „gender-studies“. Es ist einfach so. Sie ist ein halber mann und ich bin eine halbe frau. Das ergänzt sich ganz gut.
Als untermauernde Beispiele lassen sich anführen:
ich habe wesentlich mehr klamotten als sie und gehe auch lieber shoppen.
Sie liebt technische geräte, handwerkliche betätigungen aller art, hat mehr werkzeug als ich, und muss die internetverbindung wieder zum laufen bringen, wenn diese streikt und ich das, wie immer, nicht hinkriege.
Ich koche am wochenende, stehe früher auf und mache frühstück, während sie noch schläft.
Sie spielt vereinsmäßig handball; ist in der lage, mich im tischtennis zu besiegen und kann sogar halbwegs fußball spielen. Außerdem kickert sie für ihr leben gern.
Ich lese wesentlich mehr als sie; ich sitze nach einem film wie „brokeback mountain“ mit tränen in den augen da (und schäme mich), sie nicht (höchstens für ihren freund).
Sie packt die dinge einfach an, während ich zögere und grüble.
Sie ist gewalttätig (es bereitet ihr sehr viel freude, mich zu kneifen, zu treten und auf mich einzuschlagen, während ich nicht mal zurückschlagen kann; konnte ich schon in jungen jahren bei meinem bruder nicht).
Ich brauche viel körperliche nähe, streicheleinheiten und kuscheleien, sie kommt mit weniger aus. ich bin vermutlich romantischer, empfindlicher und verträumter. Leider. Manchmal komme ich mir wie ein richtiges weichei vor. Ich erfülle die männlichkeitsnormen nicht. Was kann man da machen?
Allerdings gibt es auch lichtblicke: neulich saßen wir abends vor dem fernseher; während ich bundesliga guckte und bier trank, lackierte sie sich die fingernägel. Als mir auffiel, dass endlich mal etwas geschlechtstypisch in unserer beziehung ablief, wurde ich vor freude darüber derart übermütig, dass ich sagte: „hol mir mal nen bier ausm kühlschrank“. Ich erntete einen abschätzigen blick und bekam danach eine gedonnert. Danach holte ich mir das bier selbst und brachte ihr noch eine cola mit, da sie ihre fingernägel an der schlaghand neu lackieren musste.
Meine bemühungen, ein „richtiger“ mann zu sein, wurden somit mal wieder im keim erstickt. Ich bin wohl einer von ganz wenigen männern, die opfer von häuslicher gewalt werden. Aber anstatt aufzubegehren, füge ich mich, ordne mich unter und bin dadurch wohl schon wieder mehr frau als mann.
Bei meiner freundin und mir ist vieles untypisch, so empfinde ich es zumindest. Wir erfüllen wohl nicht die erwartungen an „mann“ und „frau“. Dahinter stecken keine tieferen gedanken oder ein bestimmtes bemühen; keine ideologien, keine feministischen überzeugungen, keine gelebten erkenntnisse der sog. „gender-studies“. Es ist einfach so. Sie ist ein halber mann und ich bin eine halbe frau. Das ergänzt sich ganz gut.
Als untermauernde Beispiele lassen sich anführen:
ich habe wesentlich mehr klamotten als sie und gehe auch lieber shoppen.
Sie liebt technische geräte, handwerkliche betätigungen aller art, hat mehr werkzeug als ich, und muss die internetverbindung wieder zum laufen bringen, wenn diese streikt und ich das, wie immer, nicht hinkriege.
Ich koche am wochenende, stehe früher auf und mache frühstück, während sie noch schläft.
Sie spielt vereinsmäßig handball; ist in der lage, mich im tischtennis zu besiegen und kann sogar halbwegs fußball spielen. Außerdem kickert sie für ihr leben gern.
Ich lese wesentlich mehr als sie; ich sitze nach einem film wie „brokeback mountain“ mit tränen in den augen da (und schäme mich), sie nicht (höchstens für ihren freund).
Sie packt die dinge einfach an, während ich zögere und grüble.
Sie ist gewalttätig (es bereitet ihr sehr viel freude, mich zu kneifen, zu treten und auf mich einzuschlagen, während ich nicht mal zurückschlagen kann; konnte ich schon in jungen jahren bei meinem bruder nicht).
Ich brauche viel körperliche nähe, streicheleinheiten und kuscheleien, sie kommt mit weniger aus. ich bin vermutlich romantischer, empfindlicher und verträumter. Leider. Manchmal komme ich mir wie ein richtiges weichei vor. Ich erfülle die männlichkeitsnormen nicht. Was kann man da machen?
Allerdings gibt es auch lichtblicke: neulich saßen wir abends vor dem fernseher; während ich bundesliga guckte und bier trank, lackierte sie sich die fingernägel. Als mir auffiel, dass endlich mal etwas geschlechtstypisch in unserer beziehung ablief, wurde ich vor freude darüber derart übermütig, dass ich sagte: „hol mir mal nen bier ausm kühlschrank“. Ich erntete einen abschätzigen blick und bekam danach eine gedonnert. Danach holte ich mir das bier selbst und brachte ihr noch eine cola mit, da sie ihre fingernägel an der schlaghand neu lackieren musste.
Meine bemühungen, ein „richtiger“ mann zu sein, wurden somit mal wieder im keim erstickt. Ich bin wohl einer von ganz wenigen männern, die opfer von häuslicher gewalt werden. Aber anstatt aufzubegehren, füge ich mich, ordne mich unter und bin dadurch wohl schon wieder mehr frau als mann.
bratapfel-süß-sauer - 12. Jun, 12:02