Donnerstag, 1. August 2013

verpflichtende lachseminare

Neuer (schreib-)block, neuer monat. Muss man die ersten seiten eines neuen schreibblockes mit einer besonders guten geschichte füllen, um sich des schreibblockes würdig zu erweisen? Ich hoffe nicht und habe wohl schon wieder komische gedanken. Naja. Kein wunder, bei der affenhitze. Ist der gebrauch des begriffs „affenhitze“ eigentlich affen gegenüber diskriminierend? Was schreibe ich eigentlich für einen unsinn? Und das auf den ersten seiten eines neuen blocks. Hoffentlich habe ich noch keinen sonnenstich. Ich sitze nämlich in der prallen sonne vor tchibo. In der osnabrücker innenstadt. Und trinke zur abkühlung einen kaffee. Komischerweise schwitze ich ziemlich stark.
Bekleidete und unbekleidete menschen gehen vorbei. Einigen steht es, anderen nicht. Allen steht die hektik und die sich ins gesicht gefräste schlechte laune nicht. Was für ein herrlicher sonnentag. Und trotzdem verkniffene gesichter. Was muss den noch passieren, damit die mal lächeln? Alle, also fast alle, die in deutschland leben, haben doch im lotto gewonnen (sie wissen nur anscheinend nichts davon). Auch ich muss mir das immer wieder klar machen. Ich ziehe mit dem zeigefinger und daumen meinen rechten mundwinkel nach oben. Warum? Weil uns deutschen das lächeln doch so schwer fällt. Da muss man manchmal nachhelfen. Es sollten lach- und grinse-seminare deutschlandweit, flächendeckend und natürlich verpflichtend eingeführt werden. Mit pflichten kennt sich der deutsche aus. Nur eben nicht mit dem lachen.
Wer nicht an den seminaren teilnimmt, bekommt keine grüne plakette und darf die umweltzonen (und somit auch die fußgängerzonen) nicht mehr betreten. Wahrscheinlich würde schon mehr gelacht, wenn die leute ihre grünen plaketten auf der stirn kleben hätten. Naja.
Die leute der benachbarten tische gucken mich irritiert an. Was macht der da? Ich versuche sie anzugrinsen, indem ich mir jetzt auch noch den anderen mundwinkel hochziehe. Eine ältere dame äfft mich mittels hochgezogender mundwinkel nach; sie muss lachen, ihre begleiterinnen müssen lachen und ich schließlich auch. Immerhin, denke ich.

Mittwoch, 31. Juli 2013

schreibblockade u überforderung

oh nein, ich habe eine schreibblockade. Ich kann nicht schreiben. Mir fällt nichts ein. Und wenn mir etwas einfällt, dann ist es entweder nicht gut genug oder würde vorbereitung oder recherche erfordern. Eine leseblockade habe ich auch. Es ist mir im moment zu anstrengend. Genau wie das schreiben. Dabei hätte ich durchaus ein paar ideen. Eigentlich ist mir gerade alles zu anstrengend. Rauchen und kaffee trinken geht noch. Mehr nicht. Ach doch: tiefkühlpizza in den backofen.
Vorhin habe ich – als die leseblockade kurzzeitig aussetzte – in horst evers geschichtensammlung „für eile fehlt mir die zeit“ die ersten dreißig seiten gelesen. Ganz gut, aber wenn er sie selbst vorträgt, muss ich mehr lachen. Schließlich sind mir die augen zugefallen und ich bin mit buch auf dem gesicht eingeschlafen. Mittlerweile lese ich nur noch im bett. Damit man, falls einen der schlaf übermannt, gleich richtig liegt. Außerdem kann man nach dem aufwachen gleich weiterlesen bzw. nach dem lesen gleich einschlafen. Nennt sich das synergie-effekt? Keine ahnung. Müßte ich jetzt nachschlagen. Hab aber gerade auch eine nachschlagblockade.
Als ich mal einen ferienjob am band hatte, meinte der meister zu mir (bzw. zu meiner arbeitsweise): „wohl auch allergisch gegen arbeit?“ Vielleicht ist es ja auch eine allergie.
Andererseits hab ich heute aber auch schon eine menge gemacht. Ich bin aufgestanden und habe mich gebadet, wobei das baden weniger entspannend war als sonst, da ich mich während des badevorgangs auch noch waschen musste. Beim waschen muss ich an sensible körperstellen gekommen sein, denn plötzlich hatte ich nach dem baden das bedürfnis, mir im internet nackte frauen anzugucken. Als ich damit fertig war, musste ich mich noch mal waschen. Danach war ich dann etwas müde und hab mich erst mal wieder hingelegt. Wohl eine stunde später weckte mich ein anruf meiner freundin und ich berichtete ihr voller stolz, dass ich heute schon ganz früh aufgestanden wäre. Das wollte sie nicht glauben. Außerdem klänge ich so, als läge ich noch im bett. Frauen kann man eben nichts vormachen.
Dann stand ich noch mal auf: ich schob zwei scheiben toast in den toaster und setzte mich an den küchentisch. Als ich gedanklich wieder zu mir kam und die toasts sich abgekühlt hatten, wollte ich sie bestreichen, hatte aber außer butter nichts mehr im kühlschrank. Also auf zum supermarkt. Dazu musste ich mich auch noch ankleiden. Im supermarkt kaufte ich ein wenig obst und gemüse, um es beim nächsten besuch der freundin vorzeigen zu können, und zwei tiefkühlpizzen. Und einen vanillepudding. Den großen becher. Den brotaufstrich vergaß ich.
Auf dem weg nach hause standen ein paar, vielleicht zwanzigjährige, mädels ,spärlich bekleidet, an der bushaltestelle und kaum war ich zur haustür rein, hatte ich schon wieder das bedürfnis, mir im internet nackte frauen anzuschauen. Ich nahm aber den pudding und einen löffel mit, um das eine mit dem anderen zu verbinden. Also jetzt nicht so. danach musste ich mich schon wieder waschen und war schon wieder ganz kaputt. Also wieder ab ins bett.
Erneut bei bewusstsein hatte ich hunger. Tiefkühlpizza in den ofen und eine folge „south park“. Danach einen kleinen mittagsschlaf. Der soll ja sehr gesund sein. Wie auch immer: mittlerweile ist es 17 uhr, ich fühle mich unheimlich matschig und denke über die worte meiner therapeutin nach: „nehmen sie sich nicht zu viel vor; kleine schritte; zu große ziele können einen schnell überfordern und frustrieren“.
Ich frage mich: was werde ich in zukunft noch weglassen können, um mich nicht dauern zu überfordern?

Freitag, 26. Juli 2013

mottopartys und fremde krawatten

in meinem freundeskreis werden ab und zu mottopartys veranstaltet. Hierzu verkleiden wir uns in erster linie dem motto entsprechend. So wurden schon folgende motti kleidsam umgesetzt: „pimps and prostitutes“, „80er-jahre“, „cowboy und indianer“, „pink“, „helloween“ und schon mehrmals „oktoberfest“. Bei der oktoberfest-party entspricht natürlich auch die deko, das bier und das essen dem motto. Bei der „pimps and prostitutes“-party konnte leider niemand koks auftreiben und champagner gab es auch keinen. Dafür umso lustigere outfits. Besonders bei den männern. Die frauen sahen teilweise ganz schön heiß aus und wir männer mussten uns doch sehr zusammenreißen, um das motto nicht noch anderweitig umzusetzen.
Beliebter Ausstattungsort für diese partys ist ein muffiger second-hand-laden außerhalb von osnabrück, bei dem klamotten nach dem kilopreis abgerechnet werden. Schon der besuch dieses ladens sorgt für viele lacher: da werden neonfarbene ganzkörper-skianzüge anprobiert, komische kleider, hosen und hemden, bei denen man sich fragt, ob diese je ernsthaft getragen wurden.
Mir ist es manchmal ein bißchen unangenehm, wenn wir laut lachend in dem laden rumblödeln. Wir sind zum spass hier, für andere menschen ist es bitterer ernst: sie kleiden sich hier ein, um finanziell über die runden zu kommen. Ich hoffe, dass sie nicht denken, dass wir uns über sie lustig machen.
Gestern waren wir vor ort, um uns für das motto „karibik, meer, sonne“ (oder so ähnlich) einzukleiden. Wir wühlten wild die kleiderständer durch, wurden aber nicht fündig. Naja.
Schließlich blieb ich vor einem großen kasten voller gebrauchter krawatten stehen. Ein riesiges knäul. Ich fing an zu graben. Unglaublich, was dort für tolle, farbenfrohe, breit- oder schmalgeschnittene, irre, traurige, lustige, wilde, zahme, langweilige, sich jeder beschreibung entziehende krawatten zum vorschein kamen. Manche wirkten wie neu, andere hatten flecken oder branntlöcher; manche rochen leicht nach alt-männer-parfums, andere etwas muffig oder nach mottenkugeln; die meisten waren aus polyester, manche aus seide, ein paar wohl aus wolle und eine aus leder.
Je länger ich in dem haufen wühlte, umso mehr musste ich an die männer denken, die diese krawatten (wohl überwiegend) zu besonderen anlässen getragen hatten: hochzeiten, taufen, schützenfeste, runde geburtstage, beförderungsfeiern usw. auch wenn man das bestimmt schon hundertmal woanders gelesen hat: jede dieser krawatten schien eine eigene geschichte zu erzählen. Es hing von der eigenen phantasie ab, ob man sich dieser annähern konnte. Ob die krawatten ein wenig über ihre herkunft verrieten.
Ich hielt eine alte, komisch grün gemusterte krawatte in den händen, vielleicht aus den sechziger jahren, deren designer giorgio armani hieß. Die hat damals bestimmt ein vermögen gekostet, dachte ich, und war der ganze stolz des noch jüngeren modebewussten mannes, der vielleicht damit seine schwiegereltern beeindrucken wollte. Vielleicht hat der träger die krawatte sogar im urlaub in italien gekauft und musste beim umbinden der krawatte immer an diesen unglaublich heißen sommerurlaub und die scharfen italienerinnen am strand denken.
Eine andere krawatte, schlicht dunkelblau, ist noch zum krawattenknoten gebunden, ein einfacher windsor, und hat zwei (zigaretten-?)brandlöcher und mehrere (bier-?)flecke. Vielleicht hat ja damit ein schützenbruder das ende seiner ehe gefeiert oder eingeleitet. Mir kommt folgendes in den sinn: schützenfest in kleinkleckers-dorf, höhepunkt des jahres. Herbert saß wie immer zwischen seinen schützenbrüdern und kippte korn und bier, als gelte es, dafür einen preis zu bekommen. Er hatte sich vorher mit seiner maria gestritten, die ihn diesmal, das erste mal überhaupt, nicht zum schützenfest begleiten wollte. Unglaublich. Wie stand er denn jetzt da. Am ende des abends war er so besoffen, dass ihm mehrmals die kippe aus dem mund fiel und dabei auf seinem hemd landete, wobei aufgrund seines prächtigen bauches die zigarette zwei mal auf der krawatte zum liegen kam und so jeweils ein brandloch hinterließ. Die letzten biere wollten auch nicht mehr so leicht reingehen und es lief ihm jeweils aus den mundwinkeln ein bierrest am kinn herunter und tropfte auf die bereits ruinierte krawatte. Schließlich ist er dann, schon nicht mehr herr seiner sinne, mit uschi, der verblühten dorfmatraze, hinters festzelt gegangen. Diese hat sich bemüht, aber er war einfach zu betrunken. Später ist davon ein heimlich aufgenommenes foto in der schützenzeitung gelandet und hat seine ehe kaputt gemacht. Er hat die krawatte dann, so wie sie war, in den schrank gehängt und sie nie wieder angefasst. Eine stille anklage im schrank, bis zu seinem lebensende.
Solche gedanken kommen mir also, während ich die gebrauchten krawatten betrachte.
Dann finde ich eine, die man nicht binden muss, sondern nur mittels eines kleinen hakens am hemdkragen einhängen kann. Das finde ich derart lächerlich, dass ich mir zu dieser krawatte keine geschichte ausdenken will. Vielleicht hatte der träger nur noch einen arm oder gicht in den fingern? Nein, mir reicht es jetzt. Wir verlassen uneingekleidet den laden und fahren zu burger king, weil burger king die besseren burger und die krosseren pommes hat (steht an dieser stelle nicht zur diskussion) und ein ketchupbeschmierter pommes fällt auf mein hemd. Hätte ich eine krawatte getragen, hätte das einen fleck gegeben, über den sich gar nicht zu schreiben lohnen würde.

Dienstag, 23. Juli 2013

der dichter ist ein menschenfreund

der dichter ist ein menschenfreund,
die menschen mag er ungebräunt,
die hunde lieber eingezäunt,
den kaffee nur noch aufgeschäumt,
die frauen nicht so ganz verträumt,
die wohnung lieber aufgeräumt,
die jugend lieber aufgebäumt,
gelegenheiten er doch stets versäumt,
dieser text ihm langsam wirr erschei(äu)nt.

Samstag, 20. Juli 2013

auf der eigenen beerdigung

auf dem weg nach lippstadt. Ich sitze im zug. Ziel ist das sterbebett meiner oma. Wie schrecklich das klingt: sterbebett. Als gäbe es ein bett speziell zum sterben. Als hätte man nicht jahrelang mal mehr, mal weniger gut darin geschlafen.
Meine eltern sind vorzeitig aus dem urlaub zurückgekehrt, weil die mutter meiner mutter wohl im sterben liegt. Oder im begriff ist, zu sterben? Naja, nach den zuletzt telefonisch durchgegebenen prognosen, wird sie wohl nicht heute und nicht morgen sterben. Ich fühle mich unwohl dabei, wie ich so unpersönlich und wenig einfühlsam darüber schreibe. Aber ich fühle auch keine trauer oder bedrücktheit. Meine oma ist über 90 und wahrscheinlich froh, wenn sie es geschafft hat. Die letzten monate waren für sie nur noch eine einzige quälerei. Auch die vorherigen jahre hat sie eigentlich nur noch auf den tod gewartet. Was soll da geheuchelte trauer?
Ich fahre also jetzt zu ihr, um mich zu verabschieden. Lange habe ich mit mir gerungen, ob ich überhaupt die lange reise für einen kurzbesuch und eine verabschiedung zu lebzeiten auf mich nehmen soll. Das mag man mir zu recht vorwerfen. Aber alzheimerbedingt hat meine oma nach fünf minuten meinen besuch eh schon wieder vergessen. Trotzdem fahre ich jetzt hin.
Spielt es eine rolle, wie lange sich jemand an einen besuch, eine umarmung, an anteilnahme erinnern kann? Spätestens wenn wir tot sind, ist doch eh alles weg. Es zählt doch nur der augenblick.
Der besuch meiner oma geschieht nur für sie und für mich.
Nicht weil es andere von mir erwarten. Um konventionen oder erwartungen anderer kümmere ich mich schon länger nicht mehr. Ich werde auch nicht auf der beerdigung meiner oma erscheinen. Ich halte nichts von beerdigungen. Der tote hat nichts mehr davon. Eventuell noch die trauernden verbliebenen.
Ich fände eine „pre“-beerdigung gut, also eine feier, bei der man mit dem (wohlmöglich) bald versterbenden zusammen feiert und dessen leben noch mal revue passieren lässt.
Ich meine, mal eine geschichte gelesen zu haben, bei der ein alter mann unbedingt bei seiner „beerdigung“ anwesend sein wollte, also sehen und hören, wer erscheint und was über ihn gesprochen wird. Er löst das scheinbar unlösbare problem, indem er seinen eigenen tod vortäuscht, eine traueranzeige aufgibt und dann (verkleidet) auf seiner vermeintlichen beerdigung auftaucht. Super idee. Vielleicht mache ich es später auch so. also, liebe freunde, seid gewarnt.
Wenn ich in einer holzkiste liege und in der erde verscharrt werde, braucht niemand meiner bekannte erscheinen. Ich wünsche mir, dass meine freunde und verwandten mir die letzte ehre zu lebzeiten erweisen. Wenn sie nach meinem tod, bei einer guten zigarre und einem vernünftigen whisky, ab und zu an mich denken, bin ich damit vollkommen zufrieden. Amen.

Freitag, 19. Juli 2013

kein geld, aber einen wortschatz

Ich bin in bremen. Unterwegs. Allein. Meine freundin ist für einen tagestrip mit zwei freundinnen nach hamburg gefahren: stadtbesichtigung, hafenrundfahrt, essen gehen usw.. ich durfte nicht mit. Ich muss mich heute also selbst versorgen und habe die anweisung erhalten, den schweinebraten mit herzoginkartoffeln in der mensa zu essen. Und nicht wieder „irgend sonen fast-food-scheiß“.
Die sonne knallt vom himmel herunter, mein hemd klebt am rücken und ist unter den achseln nass. Ich trage wetterbedingt flipflops und sonnenbrillengläser zum hochklappen; also zum aufstecken auf meine normale brille. Erst nach dem aufstecken kann man sie hochklappen. Meine freundin meint, ich sähe damit verboten aus. Oder – nach dem hochklappen - wie ein maikäfer, der seine flügel ausgefahren hat. Vielleicht durfte ich ja aufgrund der getönten aufsteckgläser nicht mit nach hamburg. Manchmal glaube ich, dass sich meine freundin für mich schämt. Zu recht. Ich kann mich nicht benehmen, reiße witze unterhalb der gürtellinie und fange an, quatsch zu machen, wenn man mir zu wenig aufmerksamkeit schenkt. Oder ich sage einfach gar nichts, weil ich gerade meine depressive phase habe. Naja, wäre ich eine frau, könnte ich sagen: ich bin kompliziert. Auf partys nimmt sie mich übrigens auch nicht mit. Da sollte ich mal drüber nachdenken.
Zurück nach bremen: ich gehe also bei gleißendem sonnenlicht … (ich glaube, dass wort „gleißend“ habe ich noch nie verwendet; also zumindest nicht schriftlich; laut duden bedeutet es: stark und spiegelnd (metallisch); anscheinend ist das verb „gleißen“ aus versehen aus meinem passiven in den aktiven wortschatz gerutscht. Zum verständnis, schließlich soll der leser ja auch etwas lernen - habe ich eigentlich einen bildungsauftrag? Und wenn ja, kann ich den von der steuer absetzen? - : man unterscheidet zwischen passivem und aktivem wortschatz (das nun folgende stammt mal wieder von wikipedia):
Der rezeptive Wortschatz (passiver Wortschatz) wird vom Sinn her verstanden, wird jedoch nicht aktiv verwendet. Er ist jener, der meist nur zum Verstehen gesprochener und geschriebener Texte beiträgt, also eher als Verstehenswortschatz bezeichnet werden kann, der im entscheidenden Augenblick als bekannt aus dem Gedächtnis abgerufen oder über andere Wege (z. B. Wortbildung) erschlossen wird.
Der produktive Wortschatz (aktiver Wortschatz) wird auch beim Sprechen benutzt, seine Einsatzmöglichkeiten sind so weit bekannt, dass sinnvolle verständliche Sätze damit geformt werden können.
So weit, so interessant. Also beim schreiben ist jetzt aus versehen, also ohne mein bewusstes zutun, das verb „gleißen“, das ich bisher nur verstanden, aber nicht benutzt habe, vom passiven in den aktiven wortschatz gerutscht. Hmm. Kann man da noch was machen? Vielleicht möchte ich das wort „gleißen“ gar nicht in meinem aktiven wortschatz haben. Außerdem ruft es eher negative assoziationen hervor, erinnert an entgleisen, scheißen, beißen … . keine ahnung. Ich nehme mir vor das wort „gleißen“ schnell wieder zu vergessen. Mal sehen, ob das klappt.
Ich glaube, ich habe mich gedanklich schon wieder aus bremens innenstadt entfernt. Also zurück: ich gehe also bei …….. sonnenlicht durch die innenstadt und rauche dabei eine kleine billige, relativ milde zigarre. Ich überlege, ob ich mir irgendwo einen kaffee holen soll. Ich werfe einen blick in mein portmonee und stelle fest, dass es gerade noch für die rückfahrt und ein mensaessen reicht. Also keinen kaffee. Ich biege in die boettcher-gasse ein, eine bremer sehenswürdigkeit. Ganz schön gemacht, denke ich, aber etwas überladen. Typisch touristenfalle. Ich gehe an einem akkordeon-spieler vorbei, der dem ding recht schöne töne entlockt. Erinnert mich ein bißchen an yann tiersen. Das ist der typ, der zu jeunets komödie „die fabelhafte welt der amelie“ die filmmusik beigesteuert hat. Der film ist zwar toll, aber auch ein wenig überladen, kommt mir in den sinn. Ich kann ihm nichts geben, nur zunicken. Ich hab ja kein geld. Über, also übrig. Einige meter weiter sitzt ein bettelnder bärtiger typ, vielleicht schon fünfzig, und prostet mir mit seinem flachmann zu. Dabei hält er seine zigarre hoch, deutet mit dieser auf meinen glühenden zigarrenstumpen und sagt: „einen taler“. Ich weiß nicht warum, irgendwas rührt mich an dieser szene, aber ich hole meine geldbörse heraus und drücke ihm einen euro in die hochgehaltene hand. Für mehr schnaps und zigarren? Rauchersolidarität? Ich weiß es nicht. „da freu ich mich aber“, sagt er. Ich nicke und gehe schnell weiter. Ich denke darüber nach, warum ich ihm jetzt etwas gegeben habe und kann mir die frage nicht beantworten.
Ich setze mich auf eine bank an der weserpromenade und betrachte die vor anker liegenden schiffe. Mir fällt nichts ein. Ein ehepaar mit schwarzem labrador an der leine geht vorbei. Der hund hechelt stark, wohl aufgrund der hitze. Am gegenüberliegenden ufer schüttet ein bauarbeiter bauschutt in die weser. Eine ente fährt vorbei. Dann ein lastkahn, flußaufwärts. Spannende unterhaltung ist das nicht. Ich bekomme langsam hunger. Für das mensaessen fehlt mir jetzt aber der weggegebene euro. Ich werde den bettler wohl fragen müssen, ob ich den euro zurückbekommen kann. Mal sehen, was er dazu sagt. Oder ich setze mich neben ihn, vielleicht gibt mir ja jemand einen euro, der mir jetzt fehlt. Nach kurzer bedenkzeit hole mir für zwei euro einen kleinen flachmann, weizenkorn, und setze mich einige meter entfernt von meinem bettler hin, zünde die zigarre an und nippe am korn. Den vorbeikommenden touristen nicke und proste ich zu und frage: „einen taler?“ sie sehen mich verständnislos und angewidert an und gehen schnell weiter. Keiner gibt mir einen euro. Wobei ich ja jetzt schon drei euro für das mensaessen bräuchte. Was mache ich nur falsch? Der von mir beschenkte bettler guckt mich böse an. Jetzt bin ich ein konkurrent. Als er verstärkung erhält und seinen kumpel mit einer geste auf mich aufmerksam macht, bekomme ich angst. Ich stehe auf und gehe zurück zur wohnung meiner freundin, schnappe mir ihr leergut und kaufe mir vom erlös eine tiefkühlpizza. Für den rest des tages bleibe ich in der wohnung. Das war heute schon wieder alles ein bisschen viel. Wenn ich heute abend meiner freundin diese geschichte erzähle, bekomme ich bestimmt wieder ärger. Auch betteln will gelernt sein, denke ich. Gleißendes sonnenlicht hin oder her.

der selbstmörder

„Ich will nichts anderes machen als das hier – und zwar in bestform – und erfüll mal wieder mit links die testnorm“ (dendemann)

ich sitze lesend auf einer parkbank in den bremer wallanlagen und bin glücklich. Das passiert mir in letzter zeit ein wenig zu oft. Das macht mir ein bisschen angst. Vielleicht liegt es ja auch nur am wetter oder an der dosierungserhöhung des antidepressivums.
Also, ein weiterer herrlicher sommertag, den ich zum glück in der natur und nicht in einem muffigen büro verbringe. Die weser fließt gelassen vorbei, die möwen kreischen und niemand scheint es eilig zu haben. Die sonne und die wärme scheint den menschen gut zu tun.
Neben mir auf einer weiteren parkbank sitzt ein älterer asiate, ca. mitte vierzig, im schatten. Ich tippe auf japan oder südkorea als herkunftsland. Sehr steif und ordentlich sitzt er da und starrt auf das vorbeifließende wasser. Graue bügelfaltenhose, kurzärmliges hellblaues hemd, unscheinbare frisur. Er macht keinen allzu glücklichen eindruck.
Vielleicht ist er, wie ich, arbeitslos und kommt damit nicht zurecht, reime ich mir zusammen. Haben ja ein ganz anderes ehrgefühl, diese japaner, meine ich zu wissen. Die koreaner wohl auch. Die schämen sich wenigstens noch, arbeitslos zu sein.
Meine gedanken ziehen weitere kreise und ich denke darüber nach, ob er vielleicht gleich eine pistole zieht und sich erschießt. Hoffentlich kein amokläufer, denke ich ganz egoistisch.
Anderseits waren die letzten drei jahre im vergleich zu den vorherigen derartig schön, dass ich damit leben könnte (bzw. dann nicht mehr), erschossen zu werden. Was für ein brutaler gedanke, überkommt es mich. Er macht mir sofort nach dem durchdenken angst. Aber ich bleibe dabei. Vielleicht haben die menschen am meisten angst vor dem tod, die mit ihrem leben unzufrieden sind und/oder nicht das leben leben, das sie gerne führten. Interessanter gedanke.
Ich glaube ferner, dass auch die menschen im hohen alter dem tod gelassener entgegensehen, die das gefühl haben, „ihr“ leben gelebt zu haben. Die frage müsste ich mal in meinem bekanntenkreis zur diskussion stellen.
Verhält es sich eventuell ähnlich mit der angst? Je unzufriedener, desto ängstlicher? Weiß nicht.
Je zufriedener, desto angstfreier? Möglich. Aber: ich kann nicht für jede meiner behauptungen eine untermauernde psychologische studie heraussuchen.
Während ich noch so vor mich hin sinniere, ist mein asiatischer selbstmord-nachbar im sitzen eingeschlafen. Zumindest wirkt es so: geschlossene augen und eine ruhige, gleichmäßige atmung. Eine pistole scheint er auch nicht bei sich zu tragen. Wohl zu unrecht des amoklaufs verdächtigt. Ich sollte manchmal etwas weniger herumphantasieren. Man kann ja nicht ständig irgendwelche leute zu unrecht verdächtigen. Als hätte er es gehört, schlägt er die augen auf und sieht mich fragend an. Ich blicke schuldbewusst zu boden. Andererseits: wer hat den hier den selbstmörder gemimt? Ich stehe auf und gehe zum weserufer. Dort angekommen höre ich einen knall, der an einen pistolenschuss erinnert, und weiß genau, dass er nicht von meinem vorherigen sitznachbarn stammt. Unzufrieden gehe ich nach hause.

ein text, nur für mich

Manchmal ärgere ich mich über die banalität meiner texte. Sie mögen ja meist ganz ordentlich, also in passablem deutsch geschrieben sein, aber es steht fast nichts drin. Von einer handlung oder einem spannungsbogen ganz zu schweigen. Der ich-erzähler, der mir überwiegend gleicht, eiert mit mehr oder weniger offenen augen durch die welt und beschreibt, was er sieht. In der regel geht das nicht über das vom leser wahrgenommene hinaus. Manchmal reicht es für ein nicken oder schmunzeln des lesers. Lachanfälle oder große gefühle werden nicht ausgelöst. Es ist, als fehlte mir der stoff zum schreiben. Vielleicht müsste ich mehr erleben oder mehr erlebt haben, um große geschichten zu schreiben. Aber ich kann mich doch nicht bewusst in eine heroinabhängigkeit stürzen, nur um ein buch wie „rohstoff“ von fauser oder „junkie“ von burroughs zu schreiben. Also keine erfahrungsberichte über illegale drogen, nur über die, die der leser selbst kennt. Außerdem nur geschichten aus osnabrück, bremen oder bonn und nicht aus new york, london oder paris. Ich könnte ja mal nach berlin fahren. Andererseits gibt es schon genug berliner geschichten.
Bukowski hat auch nur über seinen alltag und seine nähere umgebung geschrieben, fällt mir ein. Aber dieser und diese haben sich durch seinen dauersuff, nutten und pferdewetten oder gelegentliche lesungen doch vom alltag der (zumindest deutschen) leser wohl erheblich unterschieden.
Irgendeine zeitung, vermutlich die „zeit“ hat auf stuckrad-barres popularitätshöhepunkt sinngemäß geschrieben, vermutlich eine rezension zu „black box“: der autor hat nichts zu erzählen, aber er tut dies wunderbar. Oder so ähnlich. Ich erzähle in meinen geschichten oft noch weniger als er: ich hab nichts zu erzählen und tue dies auch nur mittelmäßig gut. Na toll.
Trotzdem ist mir das schreiben oft ein inneres bedürfnis; trost, befriedigung, selbstvergewisserung oder selbstgespräch mit befreiender wirkung.
Zum schreiben gehört aber auch das lesen. Das eine geht nicht ohne das andere; wenigstens gilt das für mich. Und so habe ich eigentlich immer etwas zu tun, da ich die mehrzahl der geschriebenen bücher noch nicht gelesen habe (und dies wahrscheinlich auch nie schaffen werde).
Wieder zurück zum schreiben: hatte ich früher nur ein tagebuch, das mehr und mehr zu einer art „aus-kotz-buch“ wurde, insbesondere im studium, reicht mir heute meist das schreiben von geschichten, um das meiste loszuwerden. Man könnte meinen, ich sei soweit mit meinem leben zufrieden, dass ein regelmäßiges schriftliches erbrechen nicht mehr nötig ist. Vielleicht stimmt das ja. Vielleicht verdränge ich aber auch nur alles unangenehme. Mal sehen, wann das verdrängte wieder hochkommt, an die innere schädeldecke klopft, und sich unaufhaltsam gehör verschaffen wird. Wohlmöglich gelingen mir ja dann geschichten mit mehr inhalt, mehr tiefe. Abwarten und weiter tippen.

Donnerstag, 11. Juli 2013

das glück der kleinen dinge mit hund

gerade bin ich glücklich. Ich sitze am schreibtisch. Vor mir liegt das feuilleton der „zeit“, daneben steht eine tasse kaffee und auf meinen nackten, etwas unterkühlten füßen liegt ein brauner labrador als wärmflasche. Mir läuft ein leichter schauer den rücken herunter. Ich will ihm, dem schauer, kurz hinterherfühlen, aber da ist er auch schon weg. Aus den boxen singen „the smiths“ für mich. Ansonsten nichts. Also nichts besonderes. Der himmel ist bedeckt, der kühlschrank leer und mein konto auch schon fast. Ich überlege, warum ich gerade, also ausgerechnet jetzt, glücklich bin. Für das gegenwärtige glücksgefühl gibt es zur zeit keinen expliziten anlass. Ich grübele weiter.
Es herrscht eine angenehme ruhe in meinem wohnzimmer. Ich habe keine termine und keine anderweitigen verpflichtungen. Gut, um den abwasch sollte ich mich mal wieder kümmern. Den staubsauger anzuwerfen, könnte auch nicht schaden. Ich kraule den felligen heizkörper mit meinen füßen, woraufhin dieser sich ein wenig bewegt. Jetzt kann ich mit meinem linken fuß seinen herzschlag spüren. Schade, dass der braune wärmespender nur ausgeliehen ist. Morgen muss ich ihn schon wieder zurückgeben. Wird mir schwerfallen. Ich bin ganz verliebt in das süße, verfressene ding. Eine woche hab ich jetzt auf ihn aufgepasst. Und er auf mich. Die gefühle der einsamkeit und niedergeschlagenheit sind diese woche nicht aufgetaucht; hatten vielleicht angst, von ihm gebissen zu werden. Ich kratze mich am kinn und frage mich, ob ich meinen bart mal wieder trimmen sollte. Einen eigenen garten mit zu trimmendem rasen besitze ich leider nicht. Ach gott, was ist das schön, wenn man so sorgenfrei den tag genießen, ja vielleicht auch vergammeln, kann. Das glück der kleinen dinge, denke ich. Mit hund, natürlich. Dass er mir die wohnung vollgehaart und den teppich vollgesabbert hat, ändert daran nichts. Vielleicht fehlt mir ja nur noch ein eigener hund zum glück. Muss ich mal mit meiner freundin besprechen. Jetzt lutscht er mit seiner feuchten sandpapierzunge an meinem großen zeh. Und ein weiterer glücksschauer läuft mir den rücken herunter. Übermütig beuge ich mich nach vorn und will ihm einen kuss auf den kopf geben, da hebt er diesen an und fährt mir mit seiner zunge übers gesicht. Na lecker, denke ich.

Mittwoch, 10. Juli 2013

bewerbungsgespräch mit ausländern

vor einigen monaten war ich auf dem weg zu einem bewerbungsgespräch für einen bescheuerten fließbandjob. Ein auf zwei monate befristeter ferienjob für studenten. Ganz gut bezahlt, sonst hätte ich mir den quatsch gar nicht erst angetan. Nicht weil ich auf bandarbeiter herabblicke; ich habe respekt vor menschen, die es täglich schaffen, sich zu diesen eintönigen jobs zu zwingen. Manche haben ja auch keine andere wahl (oder meinen keine wahl zu haben). Ich finde bandarbeit aber fast unerträglich langweilig.
Um 13 uhr sollten sich die arbeitswilligen studenten im konferenzraum des arbeitgebers einfinden. Als ich um 12.50 uhr leicht verschwitzt im gebügelten hemd und jeans den raum betrat, saßen schon drei andere dort. Vermutlich drei deutsche. Vielleicht auch polen. Warum die nationalität in dieser geschichte eine rolle spielt, klärt sich später noch auf. Einer trug krawatte - erschien mir etwas übertrieben - einer ein hemd und einer ein t-shirt. Im T-shirt zum bewerbungsgespräch? Warum nicht? Dachte ich. Es geht hier doch eh nur um einen aushilfsjob. Um kurz vor eins kamen noch zwei deutsche (oder polen, ich kann deutsche und polen oft schlecht äußerlich auseinanderhalten). Kurz nach eins erschien dann der mitarbeiter der personalabteilung, um uns die arbeitsverträge vorzulegen und näher zu erläutern.
Er zählte durch und stellte fest, dass erst die hälfte der erwarteten bewerber anwesend waren. Um fünf nach eins betrat ein arabisch aussehender student, den raum und setzte sich schnell. Gerade noch rechtzeitig. Als wir schon begonnen hatten, ca. 13.15 uhr, klopfte es an der tür und ein weiterer arabisch aussehender student kam herein, entschuldigte und setzte sich. Wir machten weiter mit den klauseln des arbeitsvertrages.
um 13.20 uhr betraten zwei schwarze studenten den raum. Sie trugen t-shirts und kurze hosen. Sie lachten miteinander und, ohne sich einer schuld bewusst zu sein, setzten sie sich. So wirkte es zumindest.
Um 13.30 uhr betrat nach kurzem klopfen ein weiterer schwarzer student den raum, bekleidet mit einem achselshirt, kurzer sporthose und flipflops. Er lächelte kurz den personalmitarbeiter an und setzte sich.
Warum erzähle ich diese geschichte? Sie lässt sich relativ einfach zusammenfassen: bei einem bewerbungstermin für studentenjobs kamen ca. die hälfte der bewerber leicht bis deutlich zu spät. Das ist keine geschichte.
Einer meiner freunde würde mir sogar vorwerfen, dass ich hier mit der nennung der rasse oder abstammung bzw. hautfarbe (der versierte leser merkt, dass dies nicht mein spezialgebiet ist) bewusst etwas bewirken will. Das stimmt. Aber ich will die zu spät gekommenen nicht diffamieren.
Mit den beiden zuletzt zu spät gekommenen habe ich mich später bei der langweiligen bandarbeit angefreundet und wir haben in den pausen viel zusammen gelacht. Sie haben mich nett und respektvoll behandelt und ich sie. Leider haben sich viele andere unbefristete bandarbeiter ihnen gegenüber nicht so verhalten.
Ich traue mich auch nur, den sachverhalt so darzustellen, wie er passiert ist, weil ich mich später mit den beiden schwarzen angefreundet habe.
Also, warum erwähne ich hier die nationalität oder rasse?
Ich wehre mich dagegen, dass man nicht darstellen darf, was passiert ist, nur weil andere sofort den vorwurf der ausländerfeindlichkeit oder des rassismuses bemühen.
Wäre es umgekehrt gewesen und alle deutschen wären zu spät gekommenen, dann hätte ich auch das beschrieben.
Außerdem lässt sich sagen, dass die schwarzen später viel genauer und gewissenhafter als die deutschen studenten gearbeitet haben, weil sie wussten, dass sie unter besonderer beobachtung stehen.
Ich ärgere mich aber über die ewige gleichmacherei: ich finde es viel verlogener und schlimmer, dort unterschiede zu leugnen, wo welche sind. Wir sind nicht alle gleich; vor dem gesetz schon, aber es bestehen eben doch (teilweise massive) kulturelle unterschiede. Warum sollte man das leugnen?
Ok, die schwarzen studenten hatten es nicht so mit der pünktlichkeit. Ja und? Sie erschienen zu einem bewerbungstermin lässiger angezogen als die deutschen. Ist das schlimm?
Dafür waren sie viel netter, bemühter und unterhaltsamer als ein großteil der deutschen arbeiter.
Die beiden schwarzen, mit denen ich mich angefreundet hatte, aßen teilweise andere sachen in den pausen, die sie in plastiktüten mit zur arbeit brachten. Sie wussten nicht, wie sie sich den weiblichen bandarbeiterinnen gegenüber verhalten sollten und gingen diesen aus dem weg. Sie haben viel mehr gelacht als die deutschen. Warum sollte man das nicht schreiben dürfen?

Ich will eigentlich nur sagen: unterschiede festzustellen, ist noch kein rassistischer akt. Die andersartigkeit des anderen aber nicht zu respektieren ist verwerflich.
Meiner meinung nach aber ist das abstreiten dieser andersartigkeit ebenso schlimm. Wie wollen wir friedlich und respektvoll miteinander umgehen, wenn wir uns nicht mal trauen, festzustellen, inwiefern wir oder andere sich voneinander unterscheiden?
Erst nach feststellung dieser unterschiede wissen wir doch, warum es hier und da vielleicht probleme im umgang miteinander gibt und wie wir es schaffen, uns einander anzunähern.

Jetzt ist dieser text fast fertig und ich weiß gar nicht, ob ich ihn hochladen soll. Andererseits interessiert mich aber auch die meinung meiner blogleser und mögliche kritik.
Habe ich mit diesem text ein „heißes eisen“ angepackt? Ich weiß es nicht. Sag du es mir, lieber leser.

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